Sonntag, 20. August 2006

Neun Monate verschollen und überlebt

Was hat ihnen die Kraft gegeben?


Neun Monate auf dem PazifikFischer überlebten Odyssee


Nach einer Odyssee von mehr als neun Monaten auf dem Pazifik sind drei mexikanische Fischer vor der australischen Küste von einem taiwanesischen Fischtrawler gerettet worden. Die taiwanesische Besatzung habe sie mit Hilfe eines Radars in der Nähe der Marshall Inseln geortet und aufgefischt, berichtete das mexikanische Fernsehen am Dienstagabend.

Während der langen Leidenszeit von mehr als einem Dreivierteljahr auf ihrem nur 27 Fuß (etwa neun Meter) langen Boot hätten sie sich allein von rohem Fisch, Enten und rohen Möwen ernährt, berichteten sie dem Sender. Ihren Durst hätten sie mit aufgefangenem Regenwasser gestillt. Zwei Wochen lang haben sie auch mal hungern müssen, weil sie nichts gefangen hatten, sagte der Fischer Jesús Vidaña. "Manchmal hat uns der Magen wehgetan. Es gab auch Zeiten, da konnten wir uns zu dritt eine Ente teilen", erinnert sich der 61-Jährige.

Vidaña und seine beiden Freunde Salvador Ordónez und Lucio Rendón hatten nach eigenen Angaben am 28. Oktober vergangenen Jahres den Hafen von San Blas an der mexikanischen Pazifikküste verlassen, um Haie zu fangen. Aber ihnen sei unterwegs das Benzin ausgegangen, und starke Winde hätten sie von der Küste abgetrieben. Seitdem galten sie für Freunde und Verwandte verschollen.

Als der taiwanesische Tunfischfänger sie am 9. August etwa 8000 Kilometer von San Blas entfernt gerettet habe, seien sie körperlich fast am Ende gewesen. Aber sie hätten "niemals die Hoffnung verloren", sagte Vidaña, der sich mit seinen Freunden noch immer an Bord des taiwanesischen Schiffes befindet. Ihre Rettung sehen die drei wie eine "Wiedergeburt".

Andere Schiffe, die sie auf ihrer Irrfahrt kreuzten, hätten sie offensichtlich nicht bemerkt und deswegen nicht an Bord genommen. Vidaña erzählte, dass er und seine Freunde Ordónez und Rendón während dieser Zeit nur eine Bibel als Lektüre gehabt hätten. Das sei gut so gewesen, deswegen hätten sie noch mehr gebetet.

Noch etwa zwei Wochen müssen die Drei an Bord des taiwanesischen Trawlers verbringen, bis er seine Fischereifahrt beendet und einen Hafen anlaufen wird.

Samstag, 19. August 2006

Terri Schiavo macht immer noch Schlagzeilen

Eineinhalb Jahre nach ihrem Tod sorgt die amerikanische Komapatientin Terri Schiavo (Pinellas Park/Bundesstaat Florida) noch für Schlagzeilen. Ihr Ehemann Michael hatte gerichtlich durchgesetzt, dass seiner seit 15 Jahren im Koma liegenden Frau die Magensonde entfernt wurde, durch die sie ernährt wurde. Vergeblich hatten ihre Eltern, Mary und Bob Schindler, versucht, das Leben ihrer Tochter zu retten. Wie die New York Times berichtet, unterstützt Michael Schiavo (Clearwater) über den Verein „Terri PAC“ liberale Politiker. Die Eltern haben die Terri-Schiavo-Stiftung gegründet, die die Rechte von Behinderten und älteren Menschen stärken will und gegen Euthanasie kämpft.

In 84 Stunden die komplette Bibel hören

Rund 84 Stunden dauert es, die gesamte Bibel – vom 1. Buch Mose bis zur Offenbarung des Johannes – anzuhören. Die Deutsche Bibelgesellschaft hat jetzt die Lutherbibel im MP3-Format auf fünf CDs herausgebracht. Jedes Kapitel der 66 biblischen Bücher ist einzeln als Track anzuwählen.

In den bevölkerungsreichsten Ländern wächst die Bibel-Nachfrage

In den bevölkerungsreichsten Ländern – China und Indien – wächst die Nachfrage nach der Bibel. Und das, obwohl Christen in beiden Staaten kleine Minderheiten bilden. Darauf weist die Deutsche Bibelgesellschaft in ihrer Zeitschrift „Bibelreport“ (Stuttgart) hin.

In der kommunistisch regierten Volksrepublik China gibt es seit 1987 eine einzige offizielle Bibeldruckerei. Den Betrieb in Nanjing haben seither mehr als 46 Millionen Bibeln und Neue Testamente verlassen. Zur Zeit werden in China jährlich rund 2,5 Millionen Bibeln offiziell verbreitet. Darin sind die geschmuggelten Exemplare nicht eingerechnet. In Nanjing wird derzeit eine größere Druckerei errichtet. Die Bibelproduktion soll auf jährlich rund zehn Millionen Exemplare gesteigert werden, so die Bibelgesellschaft. Kirchliche Religionsstatistiker schätzen die Zahl der Christen unter den 1,3 Milliarden Chinesen auf 80 Millionen bis 100 Millionen. Etwa drei Viertel von ihnen versammeln sich in staatlich nicht sanktionierten Gemeinden, weil sie sich nicht staatlicher Kontrolle unterwerfen wollen.

Indien: Immer mehr Kastenlose lassen sich taufen
Von den annähernd 1,1 Milliarden Einwohnern Indiens sind 79,8 Prozent Hindus, 12,5 Prozent Moslems und 2,4 Prozent Christen; der Rest gehört anderen Religionen an. Mit starken Benachteiligungen müssen zum Beispiel die 160 Millionen Dalits (Unberührbare) rechnen. Sie haben laut Bibelreport kleine Chance, jemals sozial aufzusteigen. Eine weitere Gruppe, die das immer noch im Denken verankerte Kastensystem ins Abseits drängt, seien die Ureinwohner, die Adivasi. Sie machten etwa acht Prozent der Bevölkerung aus. Da sie als Nicht-Hindus außerhalb der Kastenordnung stünden, gälten sie praktisch als rechtlos. Unter den Adivasi, die mehr als 600 Stämmen mit eigenen Sprachen und Traditionen angehören, gebe es besonders viel Christen. Immer mehr Dalits und Adivasi ließen sich taufen, auch um der Ausgrenzung zu entkommen. Die meisten seien zu arm, um sich eine Bibel, ein Neues Testament oder auch nur ein Evangelium zu kaufen. Hier wolle die Indische Bibelgesellschaft mit Hörbibeln helfen.

Galater 6 (GNB)

1 Brüder und Schwestern, auch wenn jemand unter euch in Sünde fällt, müsst ihr zeigen, dass der Geist Gottes euch leitet. Bringt einen solchen Menschen mit Nachsicht wieder auf den rechten Weg. Passt aber auf, dass ihr dabei nicht selbst zu Fall kommt! 2 Helft einander, eure Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus uns gibt. 3 Wer sich dagegen einbildet, besser zu sein als andere, und es doch gar nicht ist, betrügt sich selbst. 4 Jeder und jede von euch soll das eigene Tun überprüfen, ob es vor Gott bestehen kann. Ob sie etwas an sich zu rühmen haben, das lesen sie dann an sich selber ab und nicht an anderen, über die sie sich erheben. 5 Jeder wird genug an dem zu tragen haben, was er selbst vor Gott verantworten muss. 6 Wer im christlichen Glauben unterwiesen wird, soll dafür seinem Lehrer von allem etwas abgeben, was zum Leben nötig ist. 7 Macht euch nichts vor! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Jeder Mensch wird ernten, was er gesät hat. 8 Wer auf den Boden der menschlichen Selbstsucht sät, wird von ihr den Tod ernten. Wer auf den Boden von Gottes Geist sät, wird von ihm unvergängliches Leben ernten. 9 Wir wollen nicht müde werden zu tun, was gut und recht ist. Denn wenn die Zeit da ist, werden wir auch die Ernte einbringen; wir dürfen nur nicht aufgeben. 10 Solange wir also noch Zeit haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun, besonders denen, die mit uns durch den Glauben verbunden sind.

Letzte Mahnung: Das Kreuz als Maßstab
11 Ihr seht die großen Buchstaben, mit denen ich euch jetzt eigenhändig schreibe! 12 Diese Leute drängen euch zur Beschneidung, weil sie damit vor Menschen gut dastehen wollen. Sie tun es nämlich nur, damit sie für ihr Bekenntnis zum gekreuzigten Christus nicht von den Juden verfolgt werden. 13 Sie treten zwar für die Beschneidung ein und sind auch beschnitten, aber nicht einmal sie selbst befolgen das Gesetz in vollem Umfang. Ihr sollt euch nur deshalb beschneiden lassen, damit sie das vorweisen und sich damit rühmen können. 14 Ich aber will sonst nichts vorweisen als allein das Kreuz unseres Herrn Jesus Christus und mich mit nichts anderem rühmen. Weil er am Kreuz gestorben ist, ist für mich die Welt gekreuzigt und ich bin gekreuzigt für die Welt. 15 Darum hat es keine Bedeutung mehr, beschnitten zu sein, und auch keine, unbeschnitten zu sein. Was allein zählt, ist: durch Christus neu geschaffen sein. 16 Allen bei euch, die sich an diesen Grundsatz halten, schenke Gott seinen Frieden und sein Erbarmen, ihnen und dem ganzen Israel Gottes. 17 Künftig soll mir niemand mehr in dieser Sache das Leben schwer machen! Durch die Wundnarben an meinem Körper bin ich als Eigentum von Jesus ausgewiesen. 18 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch.

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Galater 5 (GNB)

Lasst euch eure Freiheit nicht nehmen!
1 Christus hat uns befreit; er will, dass wir jetzt auch frei bleiben. Steht also fest und lasst euch nicht wieder ins Sklavenjoch einspannen! 2 Ich, Paulus, sage euch mit aller Deutlichkeit: Wenn ihr euch beschneiden lasst, dann wird Christus und alles, was er gebracht hat, für euch nutzlos sein. 3 Ich sage noch einmal mit Nachdruck jedem, der sich beschneiden lässt: Er verpflichtet sich damit, das ganze Gesetz zu befolgen. 4 Wenn ihr wirklich vor Gott als gerecht bestehen wollt, indem ihr das Gesetz befolgt, habt ihr euch von Christus losgesagt und die Gnade vertan. 5 Wir dagegen leben aus der Kraft des Heiligen Geistes und setzen alles auf Glauben und Vertrauen, und so erwarten wir das Ziel, auf das wir hoffen dürfen: dass wir vor Gott als gerecht bestehen und das Heil erlangen werden. 6 Wo Menschen mit Jesus Christus verbunden sind, zählt nicht, ob jemand beschnitten ist oder nicht. Es zählt nur der vertrauende Glaube, der sich in tätiger Liebe auswirkt. 7 Ihr kamt so gut voran! Wer hat euch aufgehalten, dass ihr der Wahrheit nicht mehr folgen wollt? 8 Das, was man euch da einreden will, kommt nicht von Gott, der euch berufen hat. 9 Denkt daran: »Ein klein wenig Sauerteig macht den ganzen Teig sauer.« 10 Weil ich mit Christus, dem Herrn, rechne, bin ich zuversichtlich, dass ihr zur gleichen Überzeugung kommen werdet. Die, die euch irremachen, werden ihr Urteil empfangen, ganz gleich, wer sie sind. 11 Meine Brüder und Schwestern, wenn ich selbst fordern würde, dass Christen sich beschneiden lassen müssen, wie manche mir unterstellen: Warum werde ich dann noch verfolgt? Dann wäre ja der Stein des Anstoßes beseitigt, dass wir allein durch das gerettet werden, was am Kreuz für uns geschehen ist. 12 Wenn die Leute, die euch aufhetzen, schon so viel Wert aufs Beschneiden legen, dann sollen sie sich doch gleich kastrieren lassen!

Leben in Liebe aus der Kraft des Geistes
13 Gott hat euch zur Freiheit berufen, meine Brüder und Schwestern! Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Freibrief zur Befriedigung eurer selbstsüchtigen Wünsche, sondern dient einander in Liebe. 14 Das ganze Gesetz ist erfüllt, wenn dieses eine Gebot befolgt wird: »Liebe deinen Mitmenschen wie dich selbst.« 15 Wenn ihr einander wie wilde Tiere kratzt und beißt, dann passt nur auf, dass ihr euch nicht gegenseitig verschlingt! 16 Ich will damit sagen: Lebt aus der Kraft, die der Geist Gottes gibt; dann müsst ihr nicht euren selbstsüchtigen Wünschen folgen. 17 Die menschliche Selbstsucht kämpft gegen den Geist Gottes und der Geist Gottes gegen die menschliche Selbstsucht: Die beiden liegen im Streit miteinander, sodass ihr von euch aus das Gute nicht tun könnt, das ihr doch eigentlich wollt. 18 Wenn ihr euch aber vom Geist Gottes führen lasst, dann steht ihr nicht mehr unter dem Gesetz, das euch diesem Widerspruch ausliefert. 19 Was die menschliche Selbstsucht hervorbringt, ist offenkundig, nämlich: Unzucht, Verdorbenheit und Ausschweifung, 20 Götzenanbetung und magische Praktiken, Feindschaft, Streit und Rivalität, Wutausbrüche, Intrigen, Uneinigkeit und Spaltungen, 21 Neid, Trunk- und Fresssucht und noch vieles dergleichen. Ich warne euch, wie ich es schon früher getan habe: Menschen, die solche Dinge tun, werden nicht erben, was Gott versprochen hat; für sie ist kein Platz in Gottes neuer Welt. 22 Der Geist Gottes dagegen lässt als Frucht eine Fülle von Gutem wachsen, nämlich: Liebe, Freude und Frieden, Geduld, Freundlichkeit und Güte, Treue, 23 Bescheidenheit und Selbstbeherrschung. Gegen all dies hat das Gesetz nichts einzuwenden. 24 Menschen, die zu Jesus Christus gehören, haben ja doch ihre selbstsüchtige Natur mit allen Leidenschaften und Begierden ans Kreuz genagelt.

Die Last teilen
25 Wenn wir nun durch Gottes Geist ein neues Leben haben, dann wollen wir auch aus diesem Geist unser Leben führen. 26 Wir wollen nicht mit unseren vermeintlichen Vorzügen voreinander großtun, uns damit gegenseitig herausfordern oder einander beneiden.

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Galater 4 (GNB)

1 Nun sage ich: Solange der rechtmäßige Erbe minderjährig ist, unterscheidet er sich in nichts von einem Sklaven, auch wenn ihm in Wirklichkeit alles gehört. 2 Bis zu dem Zeitpunkt, den der Vater im Testament festgelegt hat, ist er von Vormündern und Vermögensverwaltern abhängig. 3 So standen auch wir früher als Unmündige unter der Herrschaft der Mächte dieser Welt. 4 Als aber die Zeit gekommen war, sandte Gott seinen Sohn. Der wurde als Mensch geboren und dem Gesetz unterstellt, 5 um alle zu befreien, die unter der Herrschaft des Gesetzes standen. Durch ihn wollte Gott uns als seine mündigen Söhne und Töchter annehmen. 6 Weil ihr nun Gottes Söhne und Töchter seid, gab Gott euch den Geist seines Sohnes ins Herz. Der ruft aus uns: »Abba! Vater!« 7 Du bist also nicht länger Sklave, sondern mündiger Sohn und mündige Tochter, und wenn du das bist, dann bist du nach Gottes Willen auch Erbe: Du bekommst, was Gott Abraham versprochen hat.

Paulus sorgt sich um die Gemeinde
8 Ganz anders war es damals, als ihr Gott noch nicht gekannt habt: Wie Sklaven dientet ihr Göttern, die gar keine sind. 9 Jetzt habt ihr Gott erkannt, besser gesagt: Gott hat euch erkannt. Wie könnt ihr dann wieder zu diesen schwachen und armseligen Mächten zurückkehren? Wollt ihr von neuem ihre Sklaven sein? 10 Ihr meint, ihr müsst auf bestimmte Tage, Monate, Festzeiten, Jahre achten und euch danach richten. 11 Ihr macht mir Sorgen! Soll meine ganze Arbeit an euch vergeblich gewesen sein? 12 Ich bitte euch, liebe Brüder und Schwestern: Werdet wie ich, weil ich ja auch wie ihr geworden bin - nämlich frei vom Gesetz. Ihr habt mir nie eine Kränkung zugefügt. 13 Ihr wisst doch noch, wie ich zum ersten Mal bei euch war und euch die Gute Nachricht brachte. Ich war krank, 14 und mein Zustand stellte euch auf eine harte Probe. Trotzdem habt ihr mich nicht verachtet oder verabscheut. Im Gegenteil, ihr habt mich wie einen Engel Gottes aufgenommen, ja wie Jesus Christus selbst. 15 Damals habt ihr euch glücklich gepriesen. Wo ist das nun geblieben? Ich kann euch bezeugen: Wenn es möglich gewesen wäre, hättet ihr euch sogar die Augen ausgerissen und sie mir gegeben. 16 Bin ich jetzt euer Feind geworden, weil ich euch die Gute Nachricht unverfälscht bewahren will? 17 Ihr werdet von Leuten umworben, die es nicht gut mit euch meinen. Sie wollen euch nur von mir und von Christus trennen, damit ihr sie umwerbt. 18 Dagegen ist es gut, wenn ihr im guten Sinne mich umwerbt, und das nicht nur, wenn ich bei euch bin. 19 Meine Kinder, ich leide noch einmal Geburtswehen um euch, bis Christus in eurer Mitte Gestalt angenommen hat! 20 Könnte ich nur bei euch sein und so zu euch reden, dass es euch ins Herz dringt! Ich bin ratlos, was ich mit euch machen soll.

Die beiden Söhne Abrahams
21 Ihr wollt euch dem Gesetz unterwerfen. Ich frage euch: Hört ihr nicht, was das Gesetz sagt? 22 Im Buch des Gesetzes steht: Abraham hatte zwei Söhne, einen von der Sklavin Hagar und einen von der freien Frau Sara. 23 Der Sohn der Sklavin verdankte sein Leben den menschlichen Kräften, der Sohn der Freien verdankte es der Zusage Gottes. 24 Diese Erzählung hat einen tieferen Sinn: Die beiden Mütter bedeuten zwei verschiedene Ordnungen Gottes. Die eine Ordnung, für die Hagar steht, wurde am Berg Sinai erlassen und bringt Sklaven hervor. 25 Das Wort Hagar bezeichnet nämlich den Berg Sinai in Arabien. Er entspricht dem jetzigen Jerusalem; denn dies lebt mit seinen Kindern in der Sklaverei. 26 Das Jerusalem dagegen, das im Himmel bereitsteht, ist frei. Das ist unsere Mutter! 27 Von ihr heißt es: »Freu dich, du Unfruchtbare, obwohl du keine Kinder zur Welt bringst! Juble laut, obwohl du nicht in Wehen kommst! Denn die verlassene Frau hat viele Kinder, mehr als die, die den Mann hat.« 28 Brüder und Schwestern, ihr verdankt wie Isaak euer Leben der Zusage Gottes. 29 Aber schon damals verfolgte der Sohn, der aus menschlichen Kräften geboren wurde, den andern, der sein Leben vom Geist Gottes hatte. So ist es auch jetzt. 30 Aber was steht in den Heiligen Schriften? »Jage die Sklavin und ihren Sohn fort; denn der Sohn der Sklavin darf nicht mit dem Sohn der Freien zusammen erben.« 31 Begreift doch, Brüder und Schwestern: Wir sind nicht Kinder der Sklavin, sondern der Freien!

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Galater 3 (GNB)

Der unbegreifliche Rückfall der Gemeinde
1 Ihr unvernünftigen Galater! Welcher Dämon hat euch um den Verstand gebracht? Habe ich euch nicht Jesus Christus, den Gekreuzigten, in aller Deutlichkeit vor Augen gestellt? 2 Ich möchte euch nur eines fragen: Hat Gott euch seinen Geist gegeben, weil ihr das Gesetz befolgt habt oder weil ihr die Botschaft gehört und angenommen habt, dass es vor Gott auf den vertrauenden Glauben ankommt? 3 Warum begreift ihr denn nicht? Was der Geist Gottes in euch angefangen hat, das wollt ihr jetzt aus eigener Kraft zu Ende führen? 4 Ihr habt so große Dinge erlebt - war das alles vergeblich? Es kann nicht vergeblich gewesen sein! 5 Gott gibt euch seinen Geist und lässt Wunder bei euch geschehen - tut er das, weil ihr das Gesetz befolgt oder weil ihr die Botschaft vom Glauben gehört und angenommen habt?

Die Gute Nachricht gründet in der Zusage an Abraham
6 Von Abraham heißt es doch in den Heiligen Schriften: »Er vertraute Gott und glaubte seiner Zusage, und dies rechnete Gott ihm als Gerechtigkeit an.« 7 Ihr seht also, wer die echten Nachkommen Abrahams sind: Es sind die Menschen, die der Zusage Gottes glauben. 8 In den Heiligen Schriften ist auch vorausgesehen, dass Gott die nichtjüdischen Völker aufgrund des Glaubens annehmen werde. Deshalb wird dort Abraham im Voraus die Gute Nachricht verkündet: »Durch dich werden alle Völker der Erde gesegnet werden.« 9 Daraus geht hervor, dass alle, die Gott glauben und ihm vertrauen, zusammen mit dem glaubenden Abraham gesegnet werden.

Das Gesetz führt nicht zum Leben
10 Die anderen dagegen, die durch Erfüllung des Gesetzes vor Gott als gerecht bestehen wollen, leben unter einem Fluch. Denn es heißt in den Heiligen Schriften: »Fluch über jeden, der nicht alle Bestimmungen im Buch des Gesetzes genau befolgt!« 11 Es ist offenkundig: Wo das Gesetz regiert, kann niemand vor Gott als gerecht bestehen. Denn es heißt ja auch: »Wer durch Glauben vor Gott als gerecht gilt, wird leben.« 12 Beim Gesetz jedoch geht es nicht um Glauben und Vertrauen; vom Gesetz gilt: »Wer seine Vorschriften befolgt, wird dadurch leben.« 13 Christus hat uns von dem Fluch losgekauft, unter den uns das Gesetz gestellt hatte. Denn er hat an unserer Stelle den Fluch auf sich genommen. Es heißt ja in den Heiligen Schriften: »Wer am Holz hängt, ist von Gott verflucht.« 14 So sollte durch Jesus Christus der Segen, der Abraham zugesagt wurde, zu allen Völkern kommen, damit wir alle durch vertrauenden Glauben den Geist erhalten, den Gott versprochen hat.

Gottes Zusage ist älter als das Gesetz
15 Brüder und Schwestern, ich nehme einen Vergleich aus dem täglichen Leben. Wenn ein Mensch ein Testament aufgesetzt hat und es rechtsgültig geworden ist, kann niemand sonst es für ungültig erklären oder etwas hinzufügen. 16 So ist es auch mit den Zusagen, die Gott Abraham und seinem Nachkommen gemacht hat. Er sagt übrigens nicht: »und dein en Nachkommen«, als ob viele gemeint wären, sondern er sagt ausdrücklich: »dein em Nachkommen«, und er meint damit Christus. 17 Ich will damit Folgendes sagen: Das Testament, das Gott rechtskräftig ausgefertigt hat, kann nicht außer Kraft gesetzt werden durch das Gesetz, das erst 430 Jahre später erlassen wurde. Es kann die Zusage nicht aufheben. 18 Gott hat ein großartiges Erbe ausgesetzt. Wenn sein Empfang von der Befolgung des Gesetzes abhinge, dann wäre es nicht mehr ein Geschenk der freien Zusage. Gott aber hat Abraham aus reiner Gnade diese Zusage gemacht.

Die Herrschaft des Gesetzes ist befristet
19 Was für einen Sinn hat dann das Gesetz? Es ist hinzugefügt worden, damit die Macht der Sünde in den Gesetzesübertretungen sichtbar wird. Es sollte auch nur so lange gelten, bis der Nachkomme Abrahams da wäre, an dem die Zusage in Erfüllung geht. Im Übrigen ist das Gesetz durch Engel gegeben und von einem Vermittler überbracht. 20 Es braucht aber keinen Vermittler, wenn eine einzige Person handelt; und Gott ist doch Einer. 21 Steht dann das Gesetz in Widerspruch zu den göttlichen Zusagen? Keineswegs! Es wurde ja nicht ein Gesetz erlassen, das zum Leben führen kann. Nur dann könnten die Menschen durch Erfüllung des Gesetzes vor Gott als gerecht bestehen. 22 In den Heiligen Schriften heißt es aber, dass die gesamte Menschheit in der Gewalt der Sünde ist. Was Gott zugesagt hat, sollten die Menschen geschenkt bekommen aufgrund des Glaubens, nämlich des Vertrauens auf das, was Gott durch Jesus Christus getan hat. Alle, die darauf vertrauen, sollen es bekommen. 23 Bevor uns Gott diesen Weg des Glaubens geöffnet hat, waren wir unter der Aufsicht des Gesetzes in das Gefängnis der Sünde eingeschlossen. Das sollte so lange dauern, bis Gott den vertrauenden Glauben als Weg in die Freiheit bekannt machen würde, 24 und das heißt: bis Christus kam. So lange war das Gesetz unser Aufseher; es war für uns wie der Sklave, der die Kinder mit dem Stock zur Ordnung anhält. Denn nicht durch das Gesetz, sondern einzig und allein durch vertrauenden Glauben sollten wir vor Gott als gerecht bestehen. 25 Jetzt ist der Weg des Glaubens geöffnet; darum sind wir nicht mehr unter dem Aufseher mit dem Stock.

Statt Sklaven des Gesetzes Kinder Gottes
26 Ihr alle seid jetzt mündige Söhne und Töchter Gottes - durch den Glauben und weil ihr in engster Gemeinschaft mit Jesus Christus verbunden seid. 27 Denn als ihr in der Taufe Christus übereignet wurdet, habt ihr Christus angezogen wie ein Gewand. 28 Es hat darum auch nichts mehr zu sagen, ob ein Mensch Jude ist oder Nichtjude, ob im Sklavenstand oder frei, ob Mann oder Frau. Durch eure Verbindung mit Jesus Christus seid ihr alle zu einem Menschen geworden. 29 Wenn ihr aber zu Christus gehört, seid ihr auch Abrahams Nachkommen und bekommt das Erbe, das Gott Abraham versprochen hat.

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Galater 2 (GNB)

Die maßgebenden Leute in der Urgemeinde erkennen Paulus an
1 Erst vierzehn Jahre später ging ich wieder nach Jerusalem, diesmal mit Barnabas; auch Titus nahm ich mit. 2 Ich ging aufgrund einer göttlichen Weisung und trug dort vor, was ich als Gute Nachricht bei den nichtjüdischen Völkern verkünde. Das tat ich vor der versammelten Gemeinde und auch noch in besonderen Zusammenkünften vor ihren maßgebenden Leuten. Denn ich war in Sorge, meine Missionsarbeit könnte nicht anerkannt werden und meine ganze Mühe vergeblich sein, die künftige wie die bisherige. 3 Aber nicht einmal mein Begleiter Titus, ein Grieche, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen. 4 Es waren allerdings falsche Brüder eingedrungen, wie sie sich damals auch anderswo in den Gemeinden eingeschlichen hatten. Sie wollten sich zu Richtern über die Freiheit machen, die wir durch Jesus Christus haben, und uns wieder unter das Gesetz zwingen. 5 Aber ich habe ihnen nicht einen Augenblick nachgegeben. Die Gute Nachricht sollte euch unverfälscht erhalten bleiben! 6 Dagegen machten mir die maßgebenden Leute in der Gemeinde keinerlei Auflagen. - Was sie früher einmal waren, interessiert mich im Übrigen nicht; bei Gott gibt es keine Rangunterschiede. - 7 Ganz im Gegenteil: Sie erkannten, dass Gott mich beauftragt hat, die Gute Nachricht den nichtjüdischen Völkern zu bringen, so wie er Petrus beauftragt hat, sie den Juden zu bringen. 8 Denn Gott wirkte durch Petrus bei seiner Missionsarbeit unter den Juden und hat ihn so als Apostel für die Juden bestätigt. Und er wirkte auch durch mich in meiner Missionsarbeit unter den Nichtjuden und hat mich so als Apostel für die anderen Völker bestätigt. 9 Die maßgebenden Leute, die als »die Säulen« gelten, Jakobus, Petrus und Johannes, erkannten, dass Gott mir diesen Auftrag anvertraut hat. So gaben sie mir und Barnabas die Hand zum Zeichen der Gemeinschaft. Wir einigten uns, dass Barnabas und ich unter den anderen Völkern die Gute Nachricht verkünden sollten und sie unter den Juden. 10 Sie machten nur zur Bedingung, dass wir die verarmte Gemeinde in Jerusalem unterstützten. Darum habe ich mich auch wirklich bemüht.

Eine notwendige Klarstellung
11 Als Petrus später in Antiochia war, stellte ich ihn öffentlich zur Rede, weil sein Verhalten unentschuldbar war. 12 Zuerst nämlich nahm er zusammen mit den nichtjüdischen Brüdern und Schwestern an den gemeinsamen Mahlzeiten teil. Aber dann kamen Leute aus dem Kreis um Jakobus, die das jüdische Gesetz streng befolgen. Da zog sich Petrus von den gemeinsamen Mahlzeiten zurück und aß aus Furcht vor ihnen nicht mehr mit den Nichtjuden. 13 Auch die anderen Juden in der Gemeinde blieben gegen ihre Überzeugung den gemeinsamen Mahlzeiten fern, sodass sogar Barnabas angesteckt wurde und genau wie sie seine Überzeugung verleugnete. 14 Als ich sah, dass sie damit die Wahrheit der Guten Nachricht preisgaben, sagte ich zu Petrus vor der ganzen Gemeinde: »Obwohl du ein Jude bist, hast du bisher die Vorschriften des jüdischen Gesetzes nicht beachtet und hast wie ein Nichtjude gelebt. Warum zwingst du dann jetzt durch dein Verhalten die nichtjüdischen Brüder und Schwestern, so wie Juden nach den Vorschriften des Gesetzes zu leben?« 15 Es stimmt, wir sind von Geburt Juden und nicht Sünder wie die Angehörigen der anderen Völker. 16 Aber wir wissen, dass kein Mensch deshalb vor Gott als gerecht bestehen kann, weil er das Gesetz befolgt. Nur die finden bei Gott Anerkennung, die in vertrauendem Glauben annehmen, was Gott durch Jesus Christus für uns getan hat. Deshalb haben auch wir unser Vertrauen auf Jesus Christus gesetzt, um durch das Vertrauen auf ihn bei Gott Anerkennung zu finden und nicht durch Erfüllung des Gesetzes; denn mit Taten, wie sie das Gesetz verlangt, kann kein Mensch vor Gott bestehen.

Gesetz und Gnade
17 Auch wir als Juden suchen also durch Christus vor dem Urteil Gottes zu bestehen, und damit geben wir zu, dass wir genauso Sünder sind wie die Menschen der anderen Völker. Soll das heißen, dass es nicht mehr auf gut und böse ankommt und demnach Christus der Sünde Vorschub leistet? Auf keinen Fall! 18 Vielmehr mache ich mich selbst zum Sünder, nämlich zum Übertreter des Gesetzes, wenn ich durch mein Verhalten das Gesetz zuerst für ungültig erkläre und es dann doch wieder in Geltung setze. 19 Das Gesetz hat nichts mehr von mir zu fordern: Es hat mir den Tod gebracht, deshalb bin ich für das Gesetz tot und lebe jetzt für Gott. Weil ich aber mit Christus am Kreuz gestorben bin, 20 lebe in Wirklichkeit nicht mehr ich, sondern Christus lebt in mir. Das Leben, das ich jetzt noch in diesem vergänglichen Körper lebe, lebe ich im Vertrauen auf den Sohn Gottes, der mir seine Liebe erwiesen und sein Leben für mich gegeben hat. 21 Ich weise die Gnade Gottes nicht zurück. Wenn wir vor Gott damit bestehen könnten, dass wir das Gesetz erfüllen, dann wäre ja Christus vergeblich gestorben!

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Galater 1 (GNB)

Ein ungewöhnlicher Briefeingang
1 Diesen Brief schreibt Paulus, der Apostel. Ich schreibe ihn als einer, der seinen Auftrag nicht von Menschen erhalten hat, auch nicht durch menschliche Vermittlung, sondern von Jesus Christus und von Gott, dem Vater, der Jesus vom Tod auferweckt hat. 2 Zusammen mit allen Brüdern und Schwestern, die bei mir sind, schreibe ich an die Gemeinden in Galatien. 3 Gnade und Frieden sei mit euch von Gott, unserem Vater, und von Jesus Christus, dem Herrn, 4 der sein Leben für unsere Sünden hingegeben hat. Das tat er, um uns aus der gegenwärtigen Welt zu befreien, die vom Bösen beherrscht wird. So war es der Wille unseres Gottes und Vaters - 5 ihm gehört die Herrlichkeit für alle Ewigkeit! Amen.

Es gibt nur die eine Gute Nachricht
6 Ich wundere mich über euch! Gott hat euch durch die Gute Nachricht dazu berufen, dass ihr unter der Gnade steht, die Christus gebracht hat. Und nun kehrt ihr ihm so schnell den Rücken und wendet euch einer anderen Guten Nachricht zu! 7 Es gibt in Wirklichkeit gar keine andere; es gibt nur gewisse Leute, die unter euch Verwirrung stiften. Sie wollen die Gute Nachricht von Christus in ihr Gegenteil verkehren. 8 Aber nicht einmal ich selbst oder ein Engel vom Himmel darf euch eine Gute Nachricht bringen, die der widerspricht, die ich euch gebracht habe. Wer es tut, soll verflucht sein, dem Gericht Gottes übergeben! 9 Ich habe es euch schon früher eingeschärft und wiederhole es jetzt: Wer euch eine andere Gute Nachricht bringt als die, die ihr angenommen habt, soll verflucht sein, dem Gericht Gottes übergeben! 10 Will ich jetzt wieder Menschen beschwatzen - oder gar Gott selbst? Oder rede ich etwa Menschen nach dem Mund? Ich gehöre Christus und diene ihm - wie kann ich da noch den Beifall der Menschen suchen!

Die von Paulus verkündete Gute Nachricht kommt direkt von Christus
11 Das müsst ihr wissen, Brüder und Schwestern: Die Gute Nachricht, die ich verkünde, ist kein Menschenwort. 12 Ich habe sie nicht von irgendeinem Menschen übernommen und bin auch von keinem Menschen darüber belehrt worden. Ich habe sie dadurch empfangen, dass Gott mich Jesus als den von ihm bestätigten Retter schauen ließ. 13 Ihr habt doch gehört, wie entschieden ich früher für die jüdische Religion eingetreten bin. Über alles Maß hinaus verfolgte ich die Gemeinde Gottes und tat alles, um sie zu vernichten. 14 In meiner Treue zum Gesetz übertraf ich viele meiner Altersgenossen in meinem Volk. Leidenschaftlicher als die anderen setzte ich mich für die Befolgung der strengen Vorschriften ein, die die früheren Gesetzeslehrer aufgestellt haben. 15 Aber dann kam es ganz anders. Gott hatte mich ja schon vom Mutterleib an ausgesondert und in seiner Gnade berufen. Und so gefiel es ihm jetzt, 16 mir seinen Sohn zu zeigen, damit ich ihn unter den nichtjüdischen Völkern bekannt mache. Als mir diese Offenbarung zuteil wurde, fragte ich nicht erst Menschen um Rat. 17 Ich ging auch nicht nach Jerusalem zu denen, die schon vor mir Apostel waren, sondern begab mich nach Arabien und kehrte dann wieder nach Damaskus zurück. 18 Erst drei Jahre später ging ich nach Jerusalem, um Petrus kennen zu lernen. Ich blieb zwei Wochen bei ihm. 19 Von den anderen Aposteln sah ich damals keinen, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. 20 Was ich euch hier schreibe, ist die reine Wahrheit; Gott weiß es. 21 Dann ging ich nach Syrien und Zilizien. 22 Den christlichen Gemeinden in Judäa blieb ich persönlich unbekannt. 23 Sie hatten nur gehört: »Der Mann, der uns verfolgte, verkündet jetzt den Glauben, den er früher ausrotten wollte!« 24 Und sie dankten Gott dafür, dass er dies an mir bewirkt hatte.

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Die Offenbarung an Johannes

Das prophetische Buch des Neuen Testaments, die Offenbarung des Johannes, beginnt mit sieben Sendschreiben an kleinasiatische Gemeinden, in denen der Verfasser diese ermuntert, ermahnt und tröstet. Denselben Sinn haben auch die Visionen und Bilder der restlichen Kapitel: Trotz aller Unterdrückung durch staatliche Gewalt steht zuletzt der Sieg Gottes fest.

Wahrscheinlich ist, dass die Offenbarung des Johannes am Ende des ersten Jahrhunderts für die vom römischen Staat verfolgte Kirche in Kleinasien geschrieben wurde.

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Die »Katholischen Briefe« des Neuen Testaments

Die Lehrbücher des Neuen Testaments sind Briefe an Gemeinden oder Einzelpersonen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: »Paulusbriefe« (inklusive der so genannten »Pseudepigraphen«, d.h. Schriften, die unter dem Namen des Paulus von seinen Schülern verfasst worden sind) und »Katholische Briefe«.

In den Katholischen Briefen (katholisch = griechisch für »allgemein«, d.h. für die ganze Kirche bestimmt), die als Verfasser Petrus, Johannes, Jakobus und Judas nennen, geht es um ganz ähnliche Probleme wie in den paulinischen Briefen: Darstellung des wahren Glaubens, Abwehr von falschen Lehren und die richtige Gestaltung des christlichen Lebens in der Gemeinde, der Familie, der Berufswelt und in der Gesellschaft.

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Die Briefe des Apostels Paulus

Die Lehrbücher des Neuen Testaments sind Briefe an Gemeinden oder Einzelpersonen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: »Paulusbrief« (inklusive der so genannten »Pseudepigraphen«, d.h. Schriften, die unter dem Namen des Paulus von seinen Schülern verfasst worden sind) und »Katholische Briefe«.

In den Briefen des Apostels Paulus und seiner Schüler wird bestimmten Gemeinden der Glaube an Jesus Christus – und was dieser Glaube bewirkt – ausführlich dargelegt. Die Briefe beantworten Fragen zu Situationen, die die Christinnen und Christen im alltäglichen Leben zu bewältigen hatten. Zugleich mussten die Verfasser mit Nebenströmungen der urchristlichen Mission kämpfen, die dem Evangelium abträglich waren. Daneben musste sich Paulus für seine Mission unter Nichtjuden zunächst rechtfertigen und betonte dabei: »Ich schäme mich des Evangeliums nicht; denn es ist eine Kraft Gottes, die selig macht alle, die daran glauben, die Juden zuerst und ebenso die Griechen« (Römer 1,16). Schließlich bestätigte eine Zusammenkunft der Apostel in Jerusalem Paulus offiziell in seinem Missionsauftrag unter den nichtjüdischen Völkern (vgl. Galater 2,9).

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Die Apostelgeschichte

Zu den »Geschichtsbüchern« des Neuen Testaments gehört außer den vier Evangelien auch die Apostelgeschichte. Sie wurde als Fortsetzung des Lukas-Evangeliums geschrieben und erzählt von den ersten christlichen Gemeinden, also den Anfängen der Kirche, und vom Siegeslauf der Guten Nachricht von Jerusalem aus in die ganze damals bekannte Welt.

Während im ersten Teil der Apostelgeschichte der Kreis der Apostel um Petrus im Zentrum steht, ist die wichtigste Person des 2. Teils der Apostel Paulus, dessen Bekehrung und Missionreisen ab Kapitel 9 beschrieben werden.

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Die Besonderheiten der vier Evangelien

Jedes der Evangelien stellt das Leben und Wirken Jesu aus einem anderen Blickwinkel dar:

Für Markus steht das Leiden und Sterben Jesu im Zentrum. Sein Ziel ist es, deutlich zu machen: Durch Jesus von Nazaret spricht und handelt Gott selbst. Matthäus weist immer wieder darauf hin, dass sich in Jesus die Verheißungen der Propheten des Alten Testaments erfüllt haben. Lukas orientiert sich am Vorbild der Geschichtsschreibung seiner Zeit und versucht, die Ereignisse möglichst lückenlos und geordnet zu berichten. Er zeichnet Jesus als liebevollen Arzt und Hirten, der kam, alles Kranke und Verlorene zu suchen. Für Johannes ist Jesus das menschgewordene Wort, das die Sehnsucht der gesamten Menschheit stillt.

Gemeinsam ist allen vier Evangelien, dass sie bei ihren Leserinnen und Lesern den Glauben an Jesus Christus wecken wollen. So gesehen handelt es sich bei allen Unterschieden im Einzelnen immer um die eine Gute Nachricht, die in vierfacher Weise erzählt wird.

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Die Prophetenbücher des Alten Testaments

Auf die Lehrbücher folgen die Prophetenbücher. Sie werden nochmals nach ihrem Umfang in die so genannten »großen« und »kleinen« Propheten eingeteilt.

Als »große Propheten« gelten die Bücher Jesaja, Jeremia und Hesekiel (Ezechiel). Von eigener Art sind die Klagelieder Jeremias und das Buch Daniel. Als »kleine Propheten« wird die Reihe der zwölf Prophetenbücher von Hosea bis Maleachi bezeichnet.

Die Propheten sind Kritiker und Mahner ihrer Zeit. Sie verkünden eine Botschaft, die ihnen durch göttliche Eingebung oder Vision aufgetragen wurde. Erhalten geblieben sind ihre Worte, weil sie von ihnen selbst oder von ihren Schülern aufgeschrieben wurden. Die Propheten decken die Versäumnisse des Volkes und seiner Oberschicht auf und sie drohen dafür Gericht und schlimme Vergeltung an. Dank dem Wirken seiner Propheten konnte Israel auch in seinen politischen Katastrophen das Handeln Gottes erkennen. Doch mitten in ihren Gerichtsansagen findet sich bei den Propheten auch die Ankündigung künftigen Heils. Gott denkt nicht daran, sein Volk für immer zu verlassen. Er verheißt immer wieder eine neue Ordnung, einen neuen Bund (Jeremia 31) und sogar einen neuen König aus dem Hause Davids, der für Frieden und die erneute Hinwendung des Volkes zu Gott sorgen wird (z.B. Jesaja 11).

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Die Lehrbücher des Alten Testaments

Die Lehr- oder poetischen Bücher sind die am wenigsten einheitliche Gruppe von Schriften innerhalb der Bibel.

Das Buch Kohelet enthält die Lehren eines »Philosophen« (so treffender als die traditionelle Übersetzung mit »Prediger«), der darüber nachdenkt, worin der Sinn des Menschenlebens liegt, das oft so kurz und bedeutungslos erscheint. Der Verfasser bezweifelt, dass Menschen ihn überhaupt erfassen können, und kommt zu dem Schluss, dass nur Gott den Sinn aller Dinge kennt.

Im Buch Ijob (Hiob) geht es um das Problem des Leidens: Wie kann der gute Gott das Leiden unschuldiger Menschen zulassen? Das Buch erzählt die Geschichte von Ijob, der durch eine Reihe von Schicksalsschlägen schwer geprüft ist. Im Gespräch mit seinen Freunden ringt er um die Lösung seiner Fragen. Die Antwort gibt Gott ihm durch die Offenbarung der Wunder seiner Schöpfung. Sie sollen Ijob zeigen, dass Gott in Weisheit regiert, auch wenn der Mensch sein Handeln nicht immer begreifen kann.

Zwei Bücher in der Gruppe der »Lehrbücher« sind eigentlich eine Sammlung von Liedern: die Psalmen und das Hohelied. Im Hohelied sind Liebes- und Hochzeitslieder gesammelt. Der Psalter – wie das Buch der Psalmen auch genannt wird – umfasst Lieder und Gebete, die zum größten Teil im Gottesdienst Israels gesungen oder gesprochen wurden.

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Die Geschichtsbücher des Alten Testaments

Zu den Geschichtsbüchern zählen alle Schriften, die die Entstehung und die geschichtliche Entwicklung des alten Israel darstellen.

Die fünf Bücher Mose, so genannt, weil in ihnen Mose als Befreier und Gesetzgeber des Volkes die wichtigste Gestalt ist, beginnen mit Erzählungen von der Erschaffung der Welt und des Menschen, stellen die lange Vorgeschichte Israels dar und erzählen ausführlich vom Auszug aus Ägypten. Im Mittelpunkt dieser Schriften stehen der Bundesschluss zwischen Gott und seinem Volk und die Kundgabe des Bundesgesetzes, dessen wichtigster und bekanntester Teil die Zehn Gebote sind. Die ersten fünf Bücher der Bibel enden mit dem Tod Moses unmittelbar vor dem Einzug ins verheißene Land, das er selbst noch sehen, aber nicht mehr betreten darf.

Die Bücher Josua und Richter geben einen Einblick in die vorstaatliche Zeit Israels, die durch Josua, den Nachfolger von Mose, und überragende Rettergestalten, die so genannten »Richter«, bestimmt ist.

In den Samuel- und Königsbüchern sowie in den Chronikbüchern wird die Entstehung des israelitischen Königtums ausführlich beschrieben, weiter der Aufstieg Israels unter David und Salomo zu einem selbstständigen Staatswesen. Dieses zerfiel allerdings nach Salomos Tod in die beiden Teilreiche Israel im Norden (»Nordreich«) und Juda im Süden (»Südreich«). Das vorläufige Ende ihrer Existenz brachten der Sieg der Assyrer über Israel (722 v.Chr.) und die Niederwerfung Judas durch die Babylonier (587 v.Chr.). Die biblischen Geschichtsschreiber verstehen diese politisch-militärische Katastrophe als eine Folge des Ungehorsams des Volkes gegen Gottes Gebote.

Die Bücher Esra und Nehemia handeln vom Wiederaufbau des zerstörten Jerusalem und der Neugründung eines jüdischen Gemeinwesens mit Billigung der persischen Zentralregierung, der das jüdische Volk zu dieser Zeit unterworfen war.

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Der Text der Bibel

Das Alte Testament wurde ursprünglich in hebräischer (und zum Teil in aramäischer) Sprache niedergeschrieben. Die Sprache des Neuen Testaments ist Griechisch. Von den ursprünglichen Manuskripten ist keines erhalten geblieben. Wir besitzen z.B. weder das Original der Worte des Propheten Jeremia noch das Original vom Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Rom. Es gibt jedoch Abschriften der Originale, die in unterschiedlicher Anzahl vorliegen und unterschiedlich alt sind. Denn bis zur Erfindung des Buchdrucks gab es nur eine einzige Möglichkeit, Bücher zu vervielfältigen: Man musste sie mit der Hand abschreiben.

Berühmte alte Handschriften, wie der Kodex Sinaiticus, der beinahe den ganzen Bibeltext enthält, wurden in Klosterbibliotheken oder im Wüstensand gefunden. Die ältesten und wohl bekanntesten Funde von alttestamentlichen Handschriften wurden 1947 in den Höhlen von Qumran am Toten Meer gemacht. Dort waren die Schriften vor zweitausend Jahren zum Teil in Tonkrügen verborgen worden. Allerdings ist es selten, dass ganze Handschriften entdeckt werden. Häufig sind es nur größere oder kleinere Teile und manchmal ist ein Fundstück kaum größer als eine Briefmarke.

Jeder Fund einer biblischen Handschrift, mag er noch so klein sein, ist jedoch bedeutsam und hilft, dem ursprünglichen Wortlaut der biblischen Texte näher zu kommen. Fachleute konnten auf diese Weise einen Grundtext von großer Genauigkeit erschließen. Durch mehrere tausend Handschriftenfunde ist der biblische Text gut abgesichert.

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Die Entstehung der Evangelien

Vergleicht man die vier Evangelien, dann zeigt sich, dass die ersten drei an vielen Stellen im Wortlaut und in der Reihenfolge des Dargestellten übereinstimmen, während das Johannes-Evangelium eigene Wege geht. Wegen ihrer großen Übereinstimmung kann man die drei ersten Evangelien (in einer Zusammenschau) nebeneinander betrachten. Sie werden deshalb auch die »synoptischen« Evangelien genannt (Synopse = Zusammenschau).

Zur Erklärung dieser Gemeinsamkeiten und Unterschiede geht man heute fast allgemein davon aus, dass Markus mit seinem Evangelium die Grundlage für die Darstellung des Matthäus und Lukas bildete. Die Teile, die Matthäus und Lukas über Markus hinaus gemeinsam haben – es handelt sich vor allem um Redeabschnitte, z.B. die Bergpredigt (Matthäus 5 – 7) und die Feldrede (Lukas 6,20-49) – werden auf eine zweite, nicht erhaltene Quelle zurückgeführt. Man nimmt an, dass diese im Wesentlichen Worte Jesu enthalten hat, und nennt sie daher »Spruch«- oder (mit dem griechischen Begriff) »Logienquelle«. Darüber hinaus hatten sowohl Matthäus als auch Lukas Zugang zu weiteren Überlieferungen von Lehre und Taten Jesu, die als ihr »Sondergut« bezeichnet werden.

Das Johannes-Evangelium, dessen theologischer Charakter sich deutlich von den drei synoptischen Evangelien unterscheidet, scheint diese wiederum gekannt zu haben. Deswegen wird oft angenommen, dass es am spätesten entstanden ist.

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Die Entstehung des Neuen Testaments

Die frühesten Schriften des Neuen Testaments sind die Briefe des Apostels Paulus. Die Worte Jesu und die Erzählungen über sein Wirken wurden zunächst mündlich weitergegeben; erst als der zeitliche Abstand zu den Ereignissen wuchs, entstand das Bedürfnis nach schriftlicher Aufzeichnung. Auf diesem Weg sind die Evangelien entstanden.

Fast alle neutestamentlichen Schriften wurden noch im 1. Jahrhundert n.Chr. verfasst. Damals wie auch später gab es daneben eine Vielzahl von Schriften, die im Titel vorgaben, Evangelien, Apostelgeschichten oder Jüngerbriefe zu sein, aber die Botschaft von Jesus Christus oder die Lehre der Apostel aus eigener Sicht wiedergaben. Deshalb musste die frühe Kirche eine Entscheidung fällen, welche Schriften als verbindlich galten. Dabei gab es, durch örtliche oder personelle Gegebenheiten bestimmt, Unterschiede in der Auswahl. Am Ende des 2. Jahrhunderts n.Chr. stand jedoch das Neue Testament im Wesentlichen in seinem heutigen Umfang fest. Die Auseinandersetzungen der Folgezeit führten im 4. Jahrhundert zur endgültigen Festlegung eines »Kanons« (d.h. wörtlich »Richtschnur«) von 27 Schriften, der seitdem in allen großen Kirchen Geltung hat.

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Die Entstehung des Alten Testaments

Bevor die ersten Teile des Alten Testaments niedergeschrieben wurden, waren sie schon jahrhundertelang mündlich weitergegeben worden. Ab dem 9. Jahrhundert v.Chr. sind die Texte dann schriftlich fixiert worden. Es ist jedoch sehr schwer, die genaue Entstehungszeit der alttestamentlichen Bücher anzugeben. Denn selbst innerhalb der einzelnen Schriften lassen sich Abschnitte unterschiedlichen Alters finden. Die einzelnen Psalmen z.B. sind in verschiedenen Jahrhunderten entstanden, bevor sie zu kleineren Sammlungen und schließlich zum Psalter zusammengefügt wurden.

Ab dem 5. Jahrhundert v.Chr. haben jüdische Gelehrte die heiligen Schriften gesammelt und zu größeren Einheiten zusammengefügt, beginnend mit der Tora, den fünf Büchern Mose. Die jüngsten Bücher wurden erst im 2. Jahrhundert v.Chr. niedergeschrieben. So sind von den Anfängen mündlicher Überlieferung bis zu den letzten schriftlichen Aufzeichnungen des Alten Testaments etwa tausend Jahre vergangen.

Die Geltung einzelner Bücher war im Judentum lange umstritten. Vermutlich stand der genaue Umfang der hebräischen heiligen Schriften gegen Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr. fest. In den Jahrhunderten nach der Zerstörung des Tempels und Jerusalems durch die Römer im Jahr 70 n.Chr. fixierten jüdische Gelehrte die Gestalt des Textes bis in kleinste Einzelheiten. Der so bearbeitete hebräische Text wird »masoretischer Text« genannt, weil er in seiner heutigen Gestalt auf der »Masora« genannten Überlieferungstätigkeit jüdischer Gelehrter (»Masoreten«) beruht. Er ist bis heute die Grundlage für die Übersetzung des Alten Testaments.

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Bibelverbreitung weltweit

Im Jahr 1452 hat Johannes Gutenberg in Mainz als erstes gebundenes Werk die Bibel gedruckt. Seine Bibel in lateinischer Sprache umfasste pro Spalte 42 Zeilen und wurde in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt.

Heute sind Bibeln oder Bibelteile weltweit in über 2200 Sprachen erhältlich. Jährlich werden allein vom Weltbund der Bibelgesellschaften rund 20 Mio. Bibeln hergestellt und verbreitet. Daneben werden weitere Millionen von Neuen Testamenten, Einzelteilen und Auswahltexten der Bibel herausgegeben. Die Bibel ist das meist übersetzte und meist verkaufte Buch der Welt.

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Die Bibel - Gottes Wort

Dass die Bibel »Wort Gottes« ist, lässt sich für den menschlichen Verstand nicht beweisen wie die Richtigkeit mathematischer Formeln oder die Gültigkeit von Naturgesetzen. Aber es geht hier auch um etwas grundlegend anderes: um ein Ergriffensein von der das Leben verwandelnden Gegenwart Gottes, das wir mit dem Wort »Glauben« beschreiben. Die Propheten im Alten Testament, die in besonderer Weise die Vollmacht Gottes erfahren haben, stellen wichtigen Worten deshalb ausdrücklich ein »So spricht der Herr!« voraus. Jesus sagt im Johannes-Evangelium (‎‎7,16-17): »Meine Lehre stammt nicht von mir, sondern von dem, der mich gesandt hat. Wer bereit ist, den Willen Gottes zu tun, wird erkennen, ob diese Lehre von Gott stammt oder ob ich in meinem eigenen Namen spreche.«

Die besondere Bedeutung der Bibel als »Wort Gottes« hängt also für die Lesenden und Hörenden davon ab, ob sie sich auf diese Erfahrung einlassen und ihr Handeln danach ausrichten. Menschen, die sich so von der Bibel verändern lassen, werden überraschende Entdeckungen fürs Leben machen. Dieses Buch wird für sie zu einem einzigartigen Buch: zum Buch der Bücher, zum Buch des Lebens.

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Das Besondere der Bibel

Wenn man sie zur Hand nimmt, ist die Bibel zunächst ein Buch wie andere Bücher. Und doch unterscheidet sie sich von allen anderen Büchern. Obwohl ihre Niederschrift schon vor langer Zeit abgeschlossen wurde, ist sie heute noch das meist übersetzte und am weitesten verbreitete Buch; ein Buch, das Menschen zu allen Zeiten und in allen Ländern angesprochen hat und heute noch anspricht und auf das sich alle christlichen Kirchen berufen.

Wie andere Bücher aus früheren Zeiten auch, berichtet die Bibel davon, wie unsere Welt entstanden ist und wie es mit dieser Welt weiterging. Wie ein Geschichtsbuch schildert sie die Geschichte des Volkes Israel, erzählt, wie dieses Volk gelebt und welche Ordnungen und Gesetze es befolgt hat. Sie berichtet von Auseinandersetzungen, die das Volk im Inneren erlebt hat, und davon, dass es immer wieder von anderen Völkern überrannt, in die Verbannung geführt oder unterjocht worden ist.

Was die Bibel jedoch von anderen Büchern unterscheidet, ist, dass sie die Ereignisse der Weltgeschichte und der Geschichte des Volkes Israel in Beziehung zu Gott bringt. Die Verfasser der verschiedenen biblischen Bücher legen davon Zeugnis ab, dass für sie hinter allem vordergründig irdischen Geschehen Gottes Wille und Gottes Handeln mit seiner Schöpfung steht. Dadurch wollen sie andere zum Glauben hinführen oder sie im Glauben stärken.

Die Verfasser der neutestamentlichen Schriften beschreiben dann, wie diese Liebe Gottes in Jesus Christus für alle Menschen sichtbar geworden ist. In ihm begegnen wir einem Menschen, der Gott ganz ernst nimmt. Mit seinem Sterben nimmt er unseren Ungehorsam und unsere Schuld stellvertretend auf sich. Und mit der Auferstehung zeigt Gott den Menschen, dass er für sie eine neue Hoffnung bereithält, die ihrem Leben einen neuen tiefen Sinn gibt. Auch hier geht es also um Gottes liebevolles Handeln in dieser Welt, das selbst den Tod überwindet.

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Die Kapitel- und Verszählung der Bibel

Eine wichtige Hilfe zur Orientierung innerhalb der Bibel ist die Aufteilung in Kapitel und Verse. Die Kapitelzählung geht auf den englischen Erzbischof Stephen Langton aus dem 13. Jahrhundert zurück. Die Nummerierung der Verse hat der französische Buchdrucker Robert Etienne im Jahre 1551 bei einer griechisch-lateinischen Ausgabe des Neuen Testaments eingeführt. Die Bibeln der Lutherzeit kannten die Verseinteilung noch nicht. Seit dem 17. Jahrhundert hat sich die Kapitel- und Verseinteilung dann allgemein durchgesetzt. Eine Bibelstellenangabe hat seither in der Regel die Form:

Buchname (evtl. mit vorangestellter Ziffer), Kapitelziffer, Versziffer Anfang (-Versziffer Ende)

Eine Besonderheit ist, daß man anstatt der zweiten Versziffer in einer Stellenangabe auch »f.« oder »ff.« schreiben kann: 1,1 f. sind Vers 1 und der folgende Vers 2. Die Angabe 1,1 ff. heißt Vers 1 und die folgenden Verse bis zum Ende der Sinneinheit. Dasselbe Verfahren ist bei Kapiteln möglich. Die Einteilung in Kapitel und Verse bietet den Vorteil, dass jedes einzelne Bibelzitat genau angegeben und schnell aufgeschlagen werden kann.

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Buchgruppen der Bibel

Die Bibel ist ein sehr umfangreiches Buch. Gedruckt umfasst der Bibeltext zwischen 1300 und 1600 Seiten. Zur besseren Orientierung hilft die Einteilung in Buchgruppen. Die Bücher des Alten und Neuen Testaments werden in deutschsprachigen christlichen Bibeln jeweils nach einem dreiteiligen Schema geordnet, nämlich in Geschichts-, Lehr- und Prophetenbücher.

Den Anfang der Geschichtsbücher des Alten Testaments bilden »Die fünf Bücher Mose«, »Genesis bis Deuteronomium« oder griechisch »Pentateuch« (Fünfrollenbuch). Darauf folgen die »frühen« oder »vorderen Propheten«, das sind die Bücher Josua bis Könige. Sie werden zu den »Propheten« gerechnet, weil sie nach jüdischer Überlieferung von Propheten verfasst worden sind. Darauf folgen die »Lehrbücher«, deren Bezeichnung nicht ganz glücklich ist, da sie nicht nur der Lehre, sondern auch der Erbauung dienen sollen. Sie reichen von den Psalmen bis zum Hohenlied. Diesen Schriften folgen die »späteren« oder »hinteren Propheten«. Sie umfassen die Bücher Jesaja bis Maleachi.

Die Geschichtsbücher des Neuen Testaments sind die vier Evangelien nach Matthäus, Markus Lukas und Johannes sowie die Apostelgeschichte des Lukas. Darauf folgen als Lehrbücher die neutestamentlichen Briefe des Paulus und anderer Autoren. Am Ende steht als prophetisches Buch die Offenbarung des Johannes.

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Die Vulgata

Im Jahr 382 n.Chr. beauftragte Papst Damasus I. den Theologen Hieronymus mit der Herstellung einer einheitlichen lateinischen Übersetzung der Bibel. Schon 384 legte Hieronymus eine überarbeitete Fassung der Evangelien vor. Ob er auch die übrigen Schriften des Neuen Testaments ähnlich überarbeitet hat oder ob andere dies taten, ist bis heute nicht geklärt. Die Übersetzung bekam den Namen »Vulgata« (lateinisch für »die Volkstümliche«). Sie wurde zur wichtigsten Bibelübersetzung des Mittelalters und prägte mit ihrem Latein für Jahrhunderte die Wissenschaftssprache an den Universitäten.

Das Konzil von Trient erklärte 1546 die Vulgata als »altehrwürdige, allgemeine Übersetzung, die durch so lange Jahrhunderte im Gebrauch der Kirche erprobt ist«, für den Gebrauch in der katholischen Kirche als maßgeblich. Im Anschluss an das Zweite Vatikanische Konzil (1962–1965) wurde eine »Nova Vulgata« (d.h. neue Vulgata) geschaffen, welche die Vulgataübersetzung anhand des hebräischen und griechischen Grundtextes überprüfte und stilistisch überarbeitete. Sie wurde 1979 eingeführt und soll in der katholischen Kirche dort verwendet werden, wo biblische Texte in lateinischer Sprache gebraucht werden.

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Die Septuaginta

Schon sehr früh, zwischen dem 3. und 1. Jahrhundert v.Chr., wurden die Texte der Hebräischen Bibel in die damalige Weltsprache Griechisch übersetzt. Eine Legende erzählt, dass diese Übersetzung von 70 (oder 72) Gelehrten angefertigt wurde, die unabhängig voneinander zu demselben Ergebnis kamen. Darum heißt diese Übersetzung »Septuaginta« (lateinisch für »Siebzig«) und wird oft mit dem römischen Zahlzeichen für Siebzig »LXX« abgekürzt.

Für die griechisch-sprechenden Christinnen und Christen der ersten Stunde war die Septuaginta die Heilige Schrift. Erst mit der Festlegung des neutestamentlichen Kanons wurde die Unterscheidung zwischen Altem und Neuem Testament eingeführt.

Die Septuaginta wird zurzeit in die deutsche Sprache übersetzt.

Septuaginta wird ins Deutsche übersetzt
Einführung: ein Blick auf die Übersetzungsgeschichte

Um die Zeitenwende lasen Juden und Christen das Alte Testament als hebräische und als griechische Bibel (Septuaginta), wobei die griechische Fassung in vielen Einzelheiten von der hebräischen abweicht. Bald darauf trat die Septuaginta im Judentum zurück. Das mittel- und westeuropäische Christentum, das in die lateinische Sprache wechselte, verlor sie etwas später gleichfalls aus den Augen. Es korrigierte seine ersten lateinischen Übersetzungen (die oft durch die Septuaginta geprägt waren) im Gefolge von Hieronymus an der hebräischen Bibel. Nur das griechische Christentum behielt die Septuaginta unverändert bei.
Als Martin Luther das Alte Testament übersetzte, war er, im westlichen Christentum verankert, von der Neuentdeckung der hebräischen Bibel durch die Humanisten des frühen 16.Jh. überaus beeindruckt. Er entschied sich, letztere zur Grundlage seiner Übersetzung nehmen. Das war nicht zuletzt eine immense christlich-jüdische Leistung, teilen doch seither evangelische Christen und Juden den gleichen Bestand des Alten Testaments.
Merkwürdig war freilich eine Folge: Die griechische Bibel verlor sich im christlichen Bewusstsein des Westens noch stärker als zuvor im Mittelalter. Züricher Ansätze, die Septuaginta doch in die Übersetzung einzubeziehen, schlugen nicht durch. Auch die späteren katholischen Übersetzungen gaben dem Hebräischen grundsätzlich Vorrang. Eine selbständige Übersetzung der Septuaginta ins Deutsche erfolgte bis heute nicht.

Zur Notwendigkeit einer deutschen Übersetzung

Die Dringlichkeit einer Übersetzung der Septuaginta muss kaum mehr begründet werden. Die normalen Bibelleser kennen von ihr heute nur noch die Teile, die mangels einer bekannten hebräischen Vorlage erhalten blieben. Das sind die unmittelbar auf die Septuaginta zurückgehenden Teile der Vulgata, in der Lutherbibel die sog. Apokryphen, im katholischen Bereich die sog. deuterokanonischen Bücher (in der Einheitsübersetzung enthalten, freilich manchmal geglättet). Eine Übersetzung der ganzen Septuaginta und Kenntnisnahme der deuterokanonischen Bücher in diesem ursprünglichen Kontext fehlt ihnen.
Sie fehlt aber ebenso in Studium und Forschung, obwohl die überragende Bedeutung der Septuaginta für das Verständnis des antiken Judentums, des Neuen Testaments, der allgemeinen antiken Religionsgeschichte und der Alten Kirche dort zunehmend bewusst und die kritischen Grundlagen allmählich gesichert werden. Eine Forschungsstelle der Göttinger Akademie der Wissenschaften erarbeitet so eine griechische Septuaginta-Ausgabe. Ein Projekt an der Universität Halle-Wittenberg widmet sich der Edition und Erstellung einer Konkordanz der koptisch-sahidischen Version der Septuaginta. Das hier vorzustellende Projekt nützt diese Grundlagen, soweit möglich.

Zur Zielsetzung des deutschen Projektes

Die deutsche Übersetzung nimmt sich nach dem Gesagten eine sowohl wissenschaftlich als auch kirchlich wichtige Aufgabe vor, um der Septuaginta zu der Bedeutung verhelfen, die ihr gebührt. Sie will
a. die kaum mehr begreifliche Lücke in der Bibelübersetzung füllen. Entsprechend wird sie durch Deutsche Bibelgesellschaft Stuttgart gefördert.
b. das Interesse der Öffentlichkeit in Kirche und Gesellschaft für die Breite des jüdischen Denkens um die Zeitenwende öffnen. Die Septuaginta wirft auf manche vertraute alttestamentliche Stelle neues Licht, was zu entdecken für jede Bibelleserin / jeden Bibelleser interessant ist (ohne dass es die primäre Orientierung am Hebräischen ersetzen sollte).
c. auf diese Weise einen dringend anstehenden Schritt im christlich-jüdischen Gespräch anregen: Nicht nur die hebräische, auch die griechische Bibel ist gemeinsame Basis für Christentum und Juden-tum.
d. eine wichtige Brücke für die christliche Ökumene schlagen. Unsere orthodoxen Mitchristen haben die griechische Bibel als Basis, verstehen aber selbst, wo sie neugriechisch sprechen, das Altgriechische nur noch eingeschränkt. Sie könnten in Deutschland die Übersetzung als Hilfe benützen, weshalb die Übersetzung die christlichen Fortschreibungen berücksichtigt.
e. im Studium helfen. Die meisten Studiengänge für das Lehramt in Religion verzichten auf Griechischkenntnisse, und die Griechischkurse in der Pfarrerausbildung können das schwierige Griechisch der Septuaginta in der Regel nicht mehr vermitteln. Die Studierenden sind, um die griechische Bibel zu benützen, weithin auf eine Übersetzung angewiesen.
f. einen Forschungsimpuls in der Theologie und über die Theologie hinaus auslösen. Die griechische Bibel ist auch jenseits der Theologie interessant, namentlich für die antike Geschichte, Philosophie, Religions- und Sprachwissenschaft, bedarf aber zur dortigen Kenntnisnahme eines Anstoßes.

Zur Anlage und dem Umfeld des deutschen Übersetzungsprojektes

International ist die Übersetzungssituation ein wenig besser als im deutschsprachigen Raum. Bereits im 19. Jh. entstand eine englische Übersetzung von L.C.L. Brenton (1851, seit 1986 in mehreren Auflagen nachgedruckt). Danach ruhte das übersetzerische Engagement freilich bis ins späte 20. Jh. Eine erste Forschergruppe trat dem in Frankreich entgegen; ihr Übersetzungsprojekt brachte seit Erscheinen der Genesis 1986 inzwischen mehrere Einzelbände hervor ("La Bible d'Alexandrie", hg. von M. Harl u.a.). In anderen Sprachenkreisen (Italien, Spanien, Israel, international englischsprachig usw.) entstanden darauf in jüngster Zeit weitere Übersetzungsunternehmen.
Unser deutsches Projekt reiht sich unter sie ein. Geplant ist eine zweibändige Ausgabe. Der erste Band wird die Übersetzung enthalten, die mit einer philologisch zuverlässigen, aber zugleich lesbaren Wie-dergabe des griechischen Textes allgemein benützbar sein wird. Ihre griechische Textbasis bildet die erwähnte Göttinger Septuaginta-Edition, soweit diese vorliegt, ansonsten die an deren Beginn entstandene, weit verbreitete Ausgabe von Alfred Rahlfs. Der Umfang der zu übersetzenden Schriften orientiert sich entsprechend an Rahlfs. Unterschiede zur hebräischen Bibel (Biblia Hebraica, masoretischer Text) werden durch besondere Drucktypen kenntlich gemacht. Außerdem wird ein knapper Apparat Hinwiese auf wichtige griechische Varianten und Angaben zu Übersetzungsalternativen notieren.
Der zweite Band ist als Begleitband gedacht, der wissenschaftliche Interessen berücksichtigt. Er wird nicht nur Einleitungen zu den einzelnen Schriften samt Informationen zu den Aufbaudifferenzen zwischen hebräischer und griechischer Bibel enthalten, sondern bietet den Übersetzern auch Raum zur Begründung textkritischer Entscheidungen, inhaltlicher Details und für weitere Erläuterungen, z.B. zur Rezeption der Septuaginta im Neuen Testament.

Zum Kreis der Bearbeiter

Aufgrund der Eigenart der Septuaginta ist das Projekt interdisziplär angelegt. Vertreter/innen des Alten und Neuen Testaments, der Judaistik, Alten Geschichte, Altphilologie, Patristik und Übersetzungs-wissenschaft wirken zusammen. Mehr als 70 Bearbeiter/innen fertigen - z.T. im Team - die Übersetzungen und Erläuterungen an. Die meisten kommen aus Deutschland, es sind aber auch Kolleg/innen aus Frankreich, Österreich, den Niederlanden, den USA und Australien vertreten. Die Initiatoren des Projektes, die beiden Neutestamentler Prof. Dr. Wolfgang Kraus, Koblenz, und Prof. Dr. Martin Karrer, Wuppertal, fungieren als Herausgeber. Neun Mitherausgeber sind jeweils für bestimmte Bereiche der Septuaginta (Pentateuch, Gr. Propheten, Poetische Schriften etc.) und Sachfragen zuständig, vornehmlich Alttestamentler, aber ebenso ein Althistoriker und ein Altphilologe: Univ.Doz. Dr. Dr. Eberhard Bons, Straßburg, Prof. Dr. Kai Brodersen, Mannheim, Prof. Dr. Helmut Engel SJ, Frankfurt, Prof. Dr. Heinz-Josef Fabry, Bonn, Prof. Dr. Siegfried Kreuzer, Wuppertal, Prof. Dr. Wolfgang Orth, Wuppertal, PD Dr. Martin Rösel, Rostock, Prof. Dr. Helmut Utz-schneider, Neuendettelsau, Prof. Dr. Dr. Dieter Vieweger, Wuppertal, Prof. Dr. Nikolaus Walter, Naumburg. Sowohl evangelische wie auch katholische Theologen sind vertreten. Zwei Kontaktpersonen zur Orthodoxen Kirche sind ebenfalls tätig. Als Fachberater für spezielle Fragen steht für jede Untergruppe ein Altphilologe zur Verfügung. Daneben beraten Judaisten, Althistoriker, ein Übersetzungswissenschaftler und ein Germanist die Übersetzer und den Herausgeberkreis. Eine zentrale Arbeitsstelle wurde am Institut für Evangelische Theologie in Koblenz eingerichtet. Die Publikation erfolgt durch die Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart. Für die Durchführung des Projektes sind (seit dem Beginn Ende 1999) sechs Jahre veranschlagt. Es soll im Jahr 2005 zum Abschluss kommen. Regelmäßige Tagungen, bei denen alle Übersetzer und Herausgeber zusammenkommen, gewährleisten die Kommunikation der Mitarbeitenden und den Zusammenhalt der Übersetzung. Ein erster Band mit gesammelten Beiträgen, die bei solchen Tagungen entstanden sind, erschien im Jahr 2001 in der Reihe BWANT im Verlag W. Kohlhammer, ein zweiter Band ist derzeit im Entstehen: Im Brennpunkt: Die Septuaginta. Studien zur Entstehung und Bedeutung der Griechischen Bibel 1 u. 2.

Prof. Dr. Wolfgang Kraus, Prof. Dr. Martin Karrer

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Die Entstehung der Evangelien

Vergleicht man die vier Evangelien, dann zeigt sich, dass die ersten drei an vielen Stellen im Wortlaut und in der Reihenfolge des Dargestellten übereinstimmen, während das Johannes-Evangelium eigene Wege geht. Wegen ihrer großen Übereinstimmung kann man die drei ersten Evangelien (in einer Zusammenschau) nebeneinander betrachten. Sie werden deshalb auch die »synoptischen« Evangelien genannt (Synopse = Zusammenschau).

Zur Erklärung dieser Gemeinsamkeiten und Unterschiede geht man heute fast allgemein davon aus, dass Markus mit seinem Evangelium die Grundlage für die Darstellung des Matthäus und Lukas bildete. Die Teile, die Matthäus und Lukas über Markus hinaus gemeinsam haben – es handelt sich vor allem um Redeabschnitte, z.B. die Bergpredigt (Matthäus 5 – 7) und die Feldrede (Lukas 6,20-49) – werden auf eine zweite, nicht erhaltene Quelle zurückgeführt. Man nimmt an, dass diese im Wesentlichen Worte Jesu enthalten hat, und nennt sie daher »Spruch«- oder (mit dem griechischen Begriff) »Logienquelle«. Darüber hinaus hatten sowohl Matthäus als auch Lukas Zugang zu weiteren Überlieferungen von Lehre und Taten Jesu, die als ihr »Sondergut« bezeichnet werden.

Das Johannes-Evangelium, dessen theologischer Charakter sich deutlich von den drei synoptischen Evangelien unterscheidet, scheint diese wiederum gekannt zu haben. Deswegen wird oft angenommen, dass es am spätesten entstanden ist.

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Die »Katholischen Briefe« des Neuen Testaments

Die Lehrbücher des Neuen Testaments sind Briefe an Gemeinden oder Einzelpersonen. Sie werden in zwei Gruppen eingeteilt: »Paulusbriefe« (inklusive der so genannten »Pseudepigraphen«, d.h. Schriften, die unter dem Namen des Paulus von seinen Schülern verfasst worden sind) und »Katholische Briefe«.

In den Katholischen Briefen (katholisch = griechisch für »allgemein«, d.h. für die ganze Kirche bestimmt), die als Verfasser Petrus, Johannes, Jakobus und Judas nennen, geht es um ganz ähnliche Probleme wie in den paulinischen Briefen: Darstellung des wahren Glaubens, Abwehr von falschen Lehren und die richtige Gestaltung des christlichen Lebens in der Gemeinde, der Familie, der Berufswelt und in der Gesellschaft.

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Die »Apokryphen« / Deuterokanonischen Schriften

Eine besondere Gruppe alttestamentlicher Schriften ist nur in griechischer Sprache überliefert. Diese Schriften stammen aus den letzten zwei Jahrhunderten vor Christi Geburt und werden deshalb auch unter der Bezeichnung »Spätschriften des Alten Testaments« zusammengefasst. In den Kirchen der Reformation werden sie als »Apokryphen« (»verborgene Schriften«) bezeichnet und in ihrem Wert unterschiedlich beurteilt. Martin Luther ordnete sie in seiner Übersetzung als besondere Schriftengruppe zwischen Altem und Neuem Testament an und bewertete sie als »Bücher, so der Heiligen Schrift nicht gleich gehalten, und doch nützlich und gut zu lesen sind«. In der katholischen Kirche werden diese Schriften »deuterokanonisch« genannt, d.h. an zweiter Stelle im Schriftkanon stehend. Sie gelten als vollwertiger Bestandteil der Heiligen Schrift und sind dementsprechend in katholischen Bibelausgaben, somit auch in der Einheitsübersetzung, je nach ihrem literarischen Charakter über die anderen Schriftgruppen verteilt.

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Das »Alte Testament«

Die Bezeichnung »Altes Testament« für die Hebräische Bibel ist vom Neuen Testament her gebildet und benennt das vom jungen Christentum so verstandene Verhältnis zwischen den beiden Teilen der Bibel als Verheißung und Erfüllung. Beide Testamente geben ein Zeugnis von Gottes gnädigem »Bund« (so die ursprüngliche biblische Bedeutung von »Testament«), der nach 2. Mose / Exodus 24 für sein Volk Israel gilt und dessen Wirksamkeit dann in Jesus Christus auf die Menschen aller Völker ausgeweitet wird. Da nach neutestamentlichem Verständnis der Bund mit Israel nicht aufgelöst, sondern erneuert und ausgeweitet wird, reden manche Fachleute, um den Anschein einer Wertigkeit zwischen den beiden Bibelteilen zu vermeiden, vom »Ersten« und vom »Zweiten Testament«.

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Das Wort »Evangelium«

Das griechische Wort »Evangelium« heißt wörtlich übersetzt: »Gute Botschaft«, »Gute Nachricht«.

Die ersten Christinnen und Christen gebrauchten dieses Wort zunächst, wenn sie von Gottes Heilshandeln in Jesus Christus sprachen und in kurzer Form die wichtigsten Inhalte dieses Handelns zusammenstellten. Es war wahrscheinlich Markus, der in Anlehnung an diesen Sprachgebrauch als erster seinen umfangreichen Bericht von Jesu Leben als »Evangelium«/»Gute Nachricht« bezeichnete. In Anlehnung daran hat man in der Alten Kirche dann auch die entsprechenden Darstellungen der anderen Verfasser (Matthäus, Lukas und Johannes) so genannt. Darin kommt zum Ausdruck, dass es sich bei aller Unterschiedlichkeit im Einzelnen immer um die eine »Gute Nachricht« handelt, die in vierfacher Weise entfaltet wird.

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Das Wort Bibel

Das Wort »Bibel« stammt aus der griechischen Sprache und bedeutet »Bücher« (biblia). Denn die Bibel ist eigentlich eine Sammlung von verschiedenen Einzelschriften bzw. »Büchern«. Sie besteht in evangelischen Bibelausgaben aus 39 Schriften des Alten Testaments, 27 des Neuen Testaments und 11 Spätschriften des Alten Testaments (Apokryphen bzw. Deuterokanonische Schriften). In katholischen Bibelausgaben gehören die Spätschriften zum Kanon des Alten Testaments, der also 46 Schriften umfasst. Die Sammlung von insgesamt 77 einzelnen Büchern kann durchaus mit einer Bibliothek verglichen werden.

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Oskar

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Jesus sagt:

Johannes 14, 6: „Ich bin der Weg, ich bin die Wahrheit, und ich bin das Leben! Ohne mich kann niemand zum Vater kommen.“

Gibt es die Ewigkeit?

Gott hat die Ewigkeit in das Herz des Menschen gelegt (Prediger 3,11)

Gott ist erkennbar:

*~* 1./ In seinen Geschöpfen: "Denn das von Gott Erkennbare ist unter ihnen sichtbar, denn Gott hat es ihnen geoffenbart ... Sein unsichtbares Wesen, sowohl seine ewige Kraft als auch seine Göttlichkeit wird von Erschaffung der Welt an in dem Geachten mit dem Verstand ergriffen." (Römer 1, 19+20) *~* 2./ Durch die Geschichte: "Kommt und seht die Grosstaten Gottes!" (Psalm 66,5) *~* 3./ Durch das menschliche Gewissen: "Ihr Gewissen zeugt mit und ihre Gedanken klagen sich untereinander an oder entschuldigen sich." (Römer 2, 15) *~* 4./ durch JESUS CHRISTUS, Seinen Sohn: "Nachdem Gott vielfältig und auf mancherlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat: in den Propheten, hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohne." (Jesus Christus) (Hebräer 1, 1) *~* 5./ Der Mensch trägt die Spuren der Schöpferhand Gottes: Gott sagt zu Jesaja 43, 7: "Ich habe den Menschen zu meiner Ehre geschaffen, den ich gebildet, ja, gemacht habe. *~* 6./ Durch das Wort Gottes: "Was von Anfang an war, was wir gehört, was wir mit unseren Augen gesehen, was wir angeschaut und unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens." (1.Johannes 1)

Die Bibel hat RECHT!

"Gott will, dass alle errettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen." (1. Timotheus 2,4) *~* Sinn des Lebens *~* Die Beantwortung der Gottesfrage allein ist der Schlüssel, das Leben zu verstehen und zu begreifen. Die Bibel sagt: "Wer Gott leugnet, ist verfinstert am Verstand."

Gott ist Liebe...

... und die Liebe ist aus Gott (1. Johannes 4,7 und 9). *~* Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit deinem ganzen Herzen und mit deiner ganzen Seele und mit deinem ganzen Verstand. (Matthäus 22,37)

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Zuletzt aktualisiert: 25. Nov, 13:53